Best Practice und Marken-Insights auf der Dresdner Verpackungstagung

Rund 200 Teilnehmende aus der gesamten Wertschöpfungskette trafen sich zur 32. Dresdner Verpackungstagung. Im Fokus standen Ideen und Möglichkeiten für nachhaltige und kreislauffähige Verpackungen. Die Bandbreite reichte von innovativen, faserbasierten Materialien über Technologien und Software bis hin zu Strategien für Unternehmen und Analysen regulatorischer Tätigkeiten.

„Nach zwei Jahren coronabedingten Exils im virtuellen Raum konnten wir das traditionelle Jahresendtreffen der Branche endlich wieder als Präsenzveranstaltung durchführen. Das ist gerade für eine Netzwerk-Plattform wie die Dresdner Verpackungstagung ein echtes Plus“, sagte dvi-Geschäftsführer Winfried Batzke, der als Moderator durch die Tagung führte, deren Partner die FACHPACK ist.

Herausforderungen für Markenartikler

Konkret ging es um die Frage, vor welchen Herausforderungen Markenartikler bei der Verpackungsentwicklung stehen. Hier gaben Führungskräfte von Alfred Ritter, Develey Senf & Feinkost sowie der Molkerei Gropper Einblicke zu Materialverfügbarkeiten, Design for Recycling und den Einflüssen der EU-Regulierer.

Einen starken Fokus legte die Tagung auf das Thema Recycling und Kreislaufwirtschaft. So untersuchten Vertreter von Stora Enso, Linhardt und Sonoco die aktuelle Praxis, Möglichkeiten und Perspektiven beim Recycling für Faserverbunde, Aluminium und Kombidosen. Einen Zero Waste-Ansatz mit der Möglichkeit, Recycling und Kompostierung von Geschirr- und Serviceverpackungen zu verbinden, stellte das Unternehmen Papstar vor. Weitere Vorträge widmeten sich neuen Sortiertechnologien (Polysecure), einer Software zur IT-gestützten Ermittlung von Recyclingfähigkeit (Chira) und dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Kreislaufoptimierung von Kunststoffen (Fraunhofer Institut).

Neue faserbasierte Materialien

In der Ideenwerkstatt Substitution forderten Papacks und die drei Start-ups Plant Pack, Superseven und mujō von der versammelten Industrie mehr Technologie- und Materialoffenheit sowie Innovationsfreude und stellten ihre eigenen, faserbasierte Materialalternativen vor. „Es ist beeindruckend, mit wie viel Einsatz und Kreativität hier gearbeitet wird. Die Vielfalt der möglichen Quellen für nachwachsende Rohstoffe wie auch die Bandbreite der Funktionalitäten von Druck und Maschinengängigkeit bis hin zu Barrieren sind auf großes Interesse gestoßen“, so Batzke.

Mehrweg und Greenwashing

Start-up Power bot die Dresdner Verpackungstagung auch im Bereich Mehrweglösungen für die Groß- und Systemgastronomie, wo MealGood eine holistisches Cradle-to-Cradle Lösung vorstellte. Über die Pläne der EU für eine verschärfte Verbraucherschutzverordnung – und ihre Folgen unter anderem für die On-Pack-Kommunikation von Nachhaltigkeit – berichtete der Vertreter des Nachhaltigkeitslabels Flustix. Zur Sprache kam dabei nicht nur das Thema Greenwashing, sondern auch Praktiken des vorzeitigen Ausfalls von Waren.

Big Picture und Best Practice

Die wichtige Rolle der Verpackungsindustrie für den Klimaschutz im Allgemeinen und die Nachhaltigkeitsziele der Markenartikler im Speziellen beleuchtete B+P Consultants. In dem aufschlussreichen Vortrag ging es unter anderem um die Relevanz von Verpackungen für die Nachhaltigkeitsziele der Markenartikler, die Aktivitäten der Regulierer und die Entwicklung von CO2 als neue Zusatz-Währung für Produkte und ihre Verpackungen. Im Anschluss zeigte ein Sustainability-Experte von Linhardt, wie man eine Nachhaltigkeitsstrategie vorbildlich im Unternehmen planen und umsetzen kann.

Kooperationen und Netzwerk

Den Abschluss der Tagung bildete der Vortrag von Futury, das über Kooperationsinitiativen Innovatoren und erfolgreiche Unternehmen zusammenbringt. Seinen Schwerpunkt wird Futury 2023 auf die Themenbereiche Plastik, Verpackungen und Umwelt legen.