Deutsche Umwelthilfe vergibt Negativpreis an Nestlé

Erstmals verleiht die Deutsche Umwelthilfe (DUH) den Negativpreis „Goldener Geier“ für die unsinnigste Einweg-Plastikverpackung des Jahres 2019. Als unsinnigstes Produkt wurde das in Einweg-Kunststoff verpackte Mineralwasser Vittel der Nestlé Deutschland AG ausgewählt. Nestlé entgegnet, die Flasche sei recycelbar und enthalte im Jahr 2020 hundert statt bisher 35 Prozent recyceltes PET (rPET).

Mehr als 20.000 Verbraucher haben laut DUH bei der Wahl für den „Goldenen Geier“ abgestimmt.  In einem zweistufigen Verfahren konnten sie die ihrer Meinung nach sinnloseste Plastikverpackung nominieren und in einer finalen Runde aus sechs Vorschlägen den Gewinner des Negativpreises wählen. Die Wahl fiel auf kleine Wasserflaschen von Nestlé. Durch den Verkauf in der kleinen Füllgröße 0,33 Liter und der Verpackung als Achterpack in einer Schrumpffolie werde die Ressourcenvergeudung verschlimmert. „Nestlé hat den Goldenen Geier für die Vittel-Einwegplastikflaschen mehr als verdient. Wenig Wasser in viel Verpackung, der Achterpack nochmal mit Schrumpffolie umwickelt und dazu lange Transportwege von Frankreich nach Deutschland: Das ist ökologischer Irrsinn“, erklärt Barbara Metz, stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH, die den Preis am 10. September vor der Nestlé-Zentrale in Frankfurt übergab. Einweg-Plastikflaschen seien umweltschädigend, weil sie für jeden Abfüllprozess energie- und ressourcenintensiv neu hergestellt werden müssen. Bei den Vittel-Flaschen von Nestlé kommt noch hinzu, dass das Mineralwasser aus Frankreich rund 920 Kilometer nach Deutschland transportiert wird.

Nestlé reagiert: Negativpreis als Ansporn

„Wie jede andere PET-Flasche auch, ist die ausgewählte Flasche Teil des Pfandsystems und damit recyclingfähig“, erklärt Marc Honold, Geschäftsführer Nestlé Waters Deutschland und Österreich. „Den Goldenen Geier sehen wir trotzdem als Ansporn, denn die Deutsche Umwelthilfe, und wir haben ein gemeinsames Ziel: bessere und nachhaltigere Verpackungen. Deshalb besteht die Flasche heute schon zu 35 Prozent aus recyceltem Kunststoff. Ab 2020 stellen wir sowohl die 0,33-Liter- als auch die 0,5-Liter-Flasche auf 100 Prozent recycelten Kunststoff um, noch in diesem Jahr die 0,75-Liter-Flasche“, so Honold weiter. Auch die Umverpackung besteht aus 50 Prozent recycelten Kunststoff. „Auf unserem Weg besser zu werden, lassen wir uns gern kritisch und konstruktiv von NGOs wie der Deutschen Umwelthilfe begleiten“, so Honold weiter.

Die ausgewählte 0,33-Liter-Vittel Flasche sei durch ihre praktische Größe gerade bei Eltern beliebt, die sie ihren Kindern mitgeben. Sie passe in Turnbeutel oder in die Schultasche. Fast jeder Zweite in Deutschland kaufe regelmäßig oder gelegentlich stilles Wasser in einer 0,33-Liter-Flasche. Die Nachfrage danach sei in den vergangenen zwei Jahren sogar um mehr als 60 Prozent gestiegen. Im Vergleich zu Glasflaschen sind PET-Flaschen leichter. Das mache den Transport umweltfreundlicher. Um Emissionen zu sparen, transportiere Nestlé Waters das Wasser teilweise mit der Bahn von Frankreich nach Deutschland. Nestlé arbeitet über alle Produkte hinweg daran, Verpackungen zu verbessern. Bis 2025 sollen weltweit 100 Prozent der Verpackungen wiederverwendbar oder recycelbar werden. Gleichzeitig will Nestlé mehr recyceltes Material einsetzen. Heute sind in Deutschland bereits 97 Prozent des von Nestlé eingesetzten Verpackungsmaterials recycelbar.

 

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