Gericht verbietet Lebensmittel-Kennzeichnung Nutri-Score

Der Tiefkühlkosthersteller Iglo darf seine Produkte nicht mit dem Nutri-Score auf der Verpackung kennzeichnen. Das entschied das Landgericht Hamburg in einem Eilverfahren. Iglo kündigt Berufung an.

Der „Verband gegen Unwesen in der Wirtschaft“ hat gegen Iglo eine einstweilige Verfügung erwirkt. Das Unternehmen darf seine Lebensmittel nicht wie angekündigt mit dem sogenannten Nutri-Score auszeichnen. Das Landgericht Hamburg hat eine einstweilige Verfügung gegen die Kennzeichnung von iglo-Verpackungen mit dem Kennzeichnungssystem Nutri-Score erlassen. Der in München ansässige Schutzverband gegen Unwesen in der Wirtschaft e.V. will am Beispiel von Iglo die freiwillige Nährwertkennzeichnung auf den Verpackungen grundsätzlich unterbinden.

Das Unternehmen Iglo kündigte an, schnellstmöglich Berufung gegen das Urteil einzulegen, damit Verbraucher kurzfristig Verpackungen mit Nutri-Score im Handel erhalten. Seit Januar konnten sich die Verbraucher bereits auf der Webseite des Unternehmens über die Nutri-Score-Kennzeichnung der rund 140 Iglo-Produkte informieren. „Wir setzen uns weiterhin dafür ein, dass wir den Wunsch der Verbraucher nach einer transparenten, unabhängigen und leicht verständlichen Kennzeichnung erfüllen dürfen“,  so Antje Schubert, Vorsitzende der Geschäftsführung von Iglo Deutschland.

Auch andere Unternehmen wollen Nährwertkennzeichnungssystem

Neben Iglo haben sich auch die Unternehmen Danone, bofrost, Mestemacher und McCain entschlossen, das Nährwertkennzeichnungssystem Nutri-Score freiwillig in Deutschland einzuführen. Erste Produkte mit dem Nutri-Score auf der Verpackung sind bereits im Handel erhältlich. Die Unternehmen befürworten das System nicht nur wegen seiner Unabhängigkeit. Um eine Irritation der Verbraucher zu vermeiden und im Interesse der exportorientierten deutschen Lebensmittelwirtschaft ist laut Iglo eine für Europa einsetzbare Lösung eines Nährwertkennzeichnungssystems anzustreben. In Frankreich und Belgien gibt es das System bereits, Spanien, Portugal und Luxemburg wollen dies ebenfalls umsetzen.

„Wenn wir in Politik und Wirtschaft den europäischen Gedanken wirklich ernst meinen, müssen wir den Menschen auch mit europäischen Lösungen begegnen, die ihren Wünschen entsprechen“, so Schubert. Nationale Sonderwege seien ein Rückschritt, der nicht zu mehr Vertrauen beitrage. Nun wird das Hanseatische Oberlandesgericht entscheiden müssen, ob es sich den rechtlichen Bedenken der Vorinstanz anschließt und damit die Verwendung des Nutri-Score in Deutschland verbietet. Die Bundesregierung will eine eigene Nährwertkennzeichnung in Deutschland einführen, wie Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) bekräftigte.

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