Tonnenweise Kunststoff sparen

Lebensmittelhändler Rewe und ECF Farmsystems testen neue Wege in der Produktverpackung: Das in Berlin produzierte „Hauptstadtbasilikum“ wird nun plastikfrei verpackt. Die Innovation hat Pilotfunktion und wird möglicherweise bald breiter ausgerollt.

Das in 280 Rewe-Märkten in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern erhältliche „Hauptstadtbasilikum“ von ECF Farmsystems wird nun nachhaltiger verpackt, nämlich in Recyclingpapier statt in Plastik. So gibt es auch keinen Plastiktopf mehr: Schneidet der Kunde die Papiertüte entlang aufgedruckter Linien ab, dient die Papiertüte als Topfersatz. Dadurch können nach Angaben von Rewe jährlich bis zu 7,2 Tonnen Plastik gespart werden – rund 2,1 Tonnen durch die wegfallenden Plastiktüten, die das Basilikum zuvor einhüllten. Und rund 5,1 Tonnen durch den Wegfall des Plastiktopfes.

Innovation hat Pilotfunktion

Wenn sich die neue Verpackungsmethode in der Praxis bewährt und beim Kunden Erfolg hat, ist mit ihrem Einsatz auch bei weiteren Kräutertöpfen und bundesweit zu rechnen, heißt es von Rewe. Bereits 2017 haben Rewe und ECF Farmsystems neue Wege in der Transportverpackung beschritten. Sie verzichteten auf Plastik-Bewässerungsschalen beim „Hauptstadtbasilikum“, sparten nach eigenen Angaben dadurch jährlich sechs Tonnen Plastikmüll. Nach dem Test verzichtete Rewe auch bei weiteren bundesweit erhältlichen Produkten auf die Transport-Bewässerungsschalen, was den Plastikverbrauch allein bei Topfkräutern um 90 Tonnen pro Jahr reduzierte.

Lebensmittel aus der Großstadt

Das „Hauptstadtbasilikum“ wächst in Berlin-Schöneberg, auf dem Gelände einer alten Malzfabrik. Das „Urban Farming“, bei dem zum Beispiel alte Industrieflächen in Städten für den Anbau von Lebensmitteln genutzt wird, liegt im Trend. ECF Farmsystems setzt dabei auf „Aquaponik“, eine Mischung aus Aquakultur (Fischzucht) und Hydroponik (Gemüseanbau). Die Aufzucht von Buntbarschen wird mit dem Anbau von Kräutern kombiniert. Die Kräuter werden mit dem Wasser aus der Fischzucht gedüngt. Der lokale Anbau verkürzt Transportwege und Kühlketten für mehr Nachhaltigkeit und Frische.