Verbraucherbefragung zu Kennzeichnungs-Systemen startet

Die Debatte um eine bessere Lebensmittelkennzeichnung auf Verpackungen ist weiter aufgeladen. Nachdem die Organisation Foodwatch eine Studie zu Nutri Score vorlegte und zuvor das Landgericht Hamburg eine Entscheidung zur Kennzeichnung getroffen hatte, kündigte Bundesernährungsministerin Julia Klöckner eine Verbraucherbefragung an.

Im Sommer will das Bunderernährungsministerium eine Verbraucherbefragung starten, bei der vier bis fünf Kennzeichnungssysteme für Lebensmittelverpackungen zur Auswahl stehen. Zur aktuellen Debatte um die Nährwertkennzeichnung erklärt die Bundesernährungsministerin Julia Klöckner: „Die Debatte um eine bessere Kennzeichnung der Nährwerte von Lebensmitteln treibt derzeit viele um. Das ist verständlich, es geht um Alltagsentscheidungen, bei denen jeder mitreden kann und will, denn wir alle müssen essen und trinken. Eine bessere Sichtbarmachung der Nährwerte auf der Vorderseite von Verpackungen soll Verbrauchern eine schnelle, wahre, aussagekräftige Orientierung bieten. Mir ist daher wichtig, in einem nachvollziehbaren Verfahren zu einer Entscheidung für eine erweiterte Nährwertkennzeichnung zu kommen. Die Verbraucherinnen und Verbraucher will ich dabei ganz bewusst einbinden. Denn es geht um sie. Sie sollen uns ihre Meinung sagen.“

Vom Max Rubner-Institut des Ministeriums hat sie bereits bestehende Systeme zur Nährwertkennzeichnung bewerten lassen. Zudem erarbeite das Institut derzeit unabhängig ein eigenes Modell, das einen Brückenschlag zwischen den Positionen ermöglichen soll. „Sobald die Wissenschaftler dieses offiziell vorgestellt haben, werden wir es mit etwa einer Handvoll weiterer Systeme – darunter Nutri-Score und dem Modell der Lebensmittelwirtschaft – im Sommer von Verbrauchern bewerten lassen“, so Klöckner weiter.

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Die Organisation Foodwatch hatte Mitte Mai eine Studie vorgestellt, nach der die Lebensmittelampel Nutri Score – ein System aus Frankreich – die verständlichste Nährwertkennzeichnung für Verbraucher in Deutschland ist.

Das Landgericht Hamburg hatte per einstweilige Verfügung die Kennzeichnung von Verpackungen des Tiefkühlkostherstellers mit dem Kennzeichnungssystem Nutri Score gestoppt. Gegner der Nährwertkennzeichnung in dem Rechtsstreit ist der in München ansässige Schutzverband gegen Unwesen in der Wirtschaft e.V., der am Beispiel von iglo die freiwillige Nährwertkennzeichnung auf den Verpackungen verbieten lassen will. Iglo hat Berufung vor dem Oberlandesgericht Hamburg eingelegt und im Streit um die richtige Lebensmittelkennzeichnung den Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft BLL verlassen.

Unabhängig davon, welches Kennzeichnungssystem gewählt wird: Die Nationalstaaten können es dann nur auf freiwilliger Basis einführen. Europarechtlich darf ein Land nicht alle dazu zwingen, darunter ausländische Produzenten, das jeweilige System anwenden zu müssen. Grund dafür ist eine fehlende europaeinheitliche Regelung. Die gibt es lediglich für die Nährwerttabelle auf der Packungsrückseite.

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