Kampf gegen die Ahnungslosigkeit

Obwohl sich die Deutschen sehr für Verpackung interessieren, haben sie enorme Informationsdefizite. Handel, Produkt- und Verpackungshersteller müssen deshalb schnell reagieren.

Anlässlich des Tags der Verpackung am 7. Juni 2018 hat das Deutsche Verpackungsinstitut (DVI) Alarm geschlagen. „Deutschland hat wenig Ahnung von Verpackung“, lautete die Schlagzeile. Dabei bezog sich das Netzwerk auf eine aktuelle, repräsentative Umfrage, in der zwar 92,2 Prozent der Bundesbürger angaben, sich für das Thema Verpackung zu interessieren, aber 57,3 Prozent sich nicht oder nicht ausreichend informiert fühlen. Die teilweise großen Informationsdefizite führen dazu, dass sie sich keine objektive Beurteilung von Verpackungen zutrauen.

Der wichtigste Grund für die daraus resultierenden Fehleinschätzungen und -handlungen liegt laut Thomas Reiner auf der Hand. „Das liegt hauptsächlich daran, dass die Bürger nicht ausreichend über wichtige Aspekte einer Verpackung wie beispielsweise Funktion, Ökobilanz und Recyclingfähigkeit informiert sind.

Doch wer muss diese Informationen liefern? Auch hier sind sich die Bundesbürger einig. Aus ihrer Sicht fällt diese Aufgabe zu annähernd gleichen Teilen dem Handel (23,5 Prozent), den Verpackungsherstellern (22,6 Prozent) und den Produktherstellern (21,7 Prozent) zu. Eine Einschätzung, die auch das DVI bestätigt. Reiner spricht in diesem Zusammenhang von einem klaren Auftrag an Produkt- und Verpackungshersteller sowie an den Handel. Um schnell zu den richtigen Lösungen zu finden, hat sein Netzwerk schon jetzt Handlungsempfehlungen veröffentlicht.

Handlungsempfehlung Produkthersteller

  • Verpackung ist Teil des Produkts:Markenartikler und Produkthersteller müssen über Produkt und Verpackung gleichermaßen informieren.
  • Bessere Information zur Verpackung:Wie beim Produkt müssen auch hier wichtige Informationen transparent veröffentlicht werden.
  • Mehr Transparenz beim Materialeinsatz:Die Verpackung muss Auskunft über Zweck, Ökobilanz, Materialeinsatz und Recyclingfähigkeit geben.

Handlungsempfehlung Verpackungshersteller

  • Informationen besser zugänglich machen: Unternehmen müssen ihre Daten und Fakten objektiv aufarbeiten und zugänglich machen. Zudem sollten sie die Öffentlichkeit ehrlich und objektiv informieren.
  • Globale Verantwortung ernst nehmen:Wer auf dem Weltmarkt agiert, muss dort auch marktgerecht und verantwortlich über Verpackungen informieren.

Handlungsempfehlungen Handel

  • Direkten Draht zum Verbraucher nutzen: Der Handel muss eine aufklärende Rolle übernehmen und den Konsumenten konkrete Lösungen für die Wiederverwertbarkeit von Verpackungen anbieten.
  • Innovative Recycling-Lösungen vorantreiben: Das Recycling von Trays, Schalen und Bechern aus Kunststoff könnte durch die unmittelbare Rücknahme durch den Handel einfacher, effizienter und nachhaltiger erfolgen. Bestes Beispiel und Vorbild ist der Umgang mit PET-Flaschen.

 

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