Maschinenexporte leiden unter Handelskonflikten

Mit 1,35 Millionen Erwerbstätigen ist der Maschinen- und Anlagenbau der größte industrielle Arbeitgeber Deutschlands und Rückgrat der deutschen Wirtschaft.

Rund 6.400 Unternehmen gehören laut Verband der deutschen Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) zu dieser Branche und sind Innovationsmotor. Mit einem Anteil von rund 10 Prozent an den Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen der Gesamtwirtschaft zählt der Maschinenbau außerdem zu den forschungsstärksten Industriezweigen Deutschlands.

Das Exportgeschäft ist derzeit allerdings durch globale Handelskonflikte und eine sich immer stärker abzeichnende Konjunkturschwäche belastet. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres legten die Maschinenauslieferungen nach Angaben des Statistischen Bundesamts um nominal 0,9 Prozent oder 0,8 Milliarden Euro auf 89,2 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr zu. Damit hat sich die Exportdynamik deutlich verlangsamt. Im 1. Quartal hatten die Ausfuhren noch ein Plus von 3,8 Prozent erreicht. Im 2. Quartal 2019 verbuchten die Maschinenbauer sogar ein Exportminus von 1,8 Prozent auf 44,7 Milliarden Euro.„Die Unsicherheit, die insbesondere durch den Handelskonflikt zwischen den USA und China ausgelöst wird, sowie die fehlende Aussicht auf eine Einigung im Brexit-Streit schaden unserer exportorientieren Branche“, erklärt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. „Wir beobachten eine sinkende Investitionstätigkeit in China und Großbritannien, vor allem bei Maschinen und Anlagen. Und auch das Expansionstempo in den USA lässt weiter nach“, analysiert Wiechers.

Zwischen Januar und Juni 2019 stiegen die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten dank eines hervorragenden Jahresauftakts um 7,8 Prozent auf 9,96 Milliarden Euro. Damit haben die USA einen Anteil von 11,2 Prozent an den gesamten deutschen Maschinenausfuhren. Die Exporte nach China legten im selben Zeitraum um lediglich 0,6 Prozent auf 9,72 Milliarden Euro zu, China hat damit einen Anteil von 10,4 Prozent an den gesamten Ausfuhren.

Zur aktuellen Lage der Verpackungsmaschinenbranche: Für das 1. Halbjahr 2019 liegt der Auftragseingang im Fachzweig Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen bei minus 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Inland plus 8, Ausland minus 10 Prozent), berichtet der VDMA. Bei den Verpackungs­maschinen (ohne Getränkeverpackungsmaschinen) lag der Auftragseingang im Juni um insgesamt 11 Prozent über dem Vorjahreswert.

Dabei stiegen die Inlandsbestellungen um 31 Prozent. Aus dem Ausland stieg die Nachfrage um 7 Prozent. Im 1. Halbjahr liegt der Auftragseingang bei Verpackungsmaschinen (ohne Getränkeverpackungsmaschinen) damit um real 1 Prozent unter der Vergleichsperiode des Vorjahres (Inland plus 27, Ausland minus 4 Prozent).

Die Produktion von Verpackungsmaschinen stieg 2018 um 8 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro. Damit wurde nicht nur ein Rekordwert erreicht, sondern auch die höchste Wachstumsrate im laufenden Jahrzehnt verzeichnet. Dabei legte der Bereich Sonstige Verpackungsmaschinen um knapp 12 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro zu, während der Getränkeverpackungsmaschinenbau mit einem Plus von 1 Prozent nur leicht über das Vorjahresniveau stieg und einen Wert von 2,2 Milliarden Euro erreichte.

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