Shelf Ready Packaging im Trend

Handelsgerechte Verpackungen sind ein Thema, seitdem Discounter mit ihren Ladenkonzepten die Produktpräsentation verändert haben. Der Handel setzt hier die Maßstäbe.

Bei den Discountern gibt es in Sachen Verpackung klare Vorstellungen. Gefragt sind Lösungen, die stabil und stapelbar sind, das Produkt schützen und die Prozesse in Logistik und Lagerung berücksichtigen. Die im Handel für das Verräumpersonal leicht zu identifizieren, am Point of Sale ohne Hilfsmittel zu öffnen, im Regal einfach zu verräumen und dann leicht zu entsorgen sind. Zudem muss die Präsentation der Ware für den Kunden attraktiv sein und ihm helfen, das gesuchte Produkt in der jeweiligen Variante leicht zu finden – Shelf Ready Packaging (SRP) sollte doch selbstverständlich sein!

"Wichtig ist es deshalb, die Kriterien handelsgerechter Transportverpackungen bereits frühzeitig in den Verpackungsentwicklungsprozess einzubinden.“
Hilka Bergmann, Leiterin Forschungsbereich Verpackung und Versand, EHI Retail Institute

Vom Großteil der führenden Markenartikelhersteller wird Shelf Ready Packaging auch umgesetzt, weiß Hilka Bergmann vom EHI Retail Institute. In den letzten Jahren habe sich die Umsetzung der Anforderungen an handelsgerechte Transportverpackungen leicht verbessert. Die Einhaltung der logistischen Kriterien sei durch die zunehmende Automatisierung in der Logistik von hoher Notwendigkeit; der Handel habe diese daher immer stärker eingefordert. Doch immer wieder gebe es Verpackungen, die bestimmte Anforderungen in der Logistik oder am Point of Sale nicht oder nur unzureichend erfüllen. “Wichtig ist es deshalb, die Kriterien handelsgerechter Transportverpackungen bereits frühzeitig in den Verpackungsentwicklungsprozess einzubinden”, so die Leiterin des Forschungsbereichs Verpackung und Versand.

Michael Putz, Managing Partner des Wiener und Berliner Beratungsunternehmens Lead Innovation Management GmbH, führt die gestiegene Bedeutung des Shelf Ready Packaging unter anderem auf ein Umdenken bei Verpackungsherstellern zurück: „Sie haben nicht mehr allein die Bedürfnisse von Herstellern wie Procter & Gamble, Unilever, Beiersdorf im Blick, sondern auch die des Handels und der Konsumenten.” Auch Putz sieht hierbei den Handel in einer Schlüsselposition: Innovationen von außen, von denen der Handel nicht unmittelbar profitiert, hätten es schwer. Hinzu komme, dass Veränderungen für den Handel in der Regel mit immensen Kosten verbunden seien. „Wird beispielsweise die Sekundärverpackung geändert, gibt der Handel die hierdurch entstehenden Kosten weiter“, so Putz. Das hemme Innovationen.

"Die Verpackungsunternehmen haben nicht mehr allein die Bedürfnisse von Herstellern wie Procter & Gamble, Unilever und Beiersdorf im Blick, sondern auch die des Handels und der Konsumenten."
Michael Putz, Managing Partner, Lead Innovation Management GmbH

Weiß ein Verpackungshersteller, was Produzent, Handel und Konsument benötigen, kann er sein Produkt „Verpackung“ zum Gewinn aller optimieren. Die Bereitschaft, sich in diesem Sinne auszutauschen, sei gewachsen. Innovationsexperte Putz führt dies unter anderem darauf zurück, dass sich das vom US-Wirtschaftswissenschaftler Henry Chesbrough vor gut 15 Jahren begründete Konzept der Open Innovation langsam im Markt etabliere und Unternehmen in ihren Innovationsprozessen stärker externe Beobachtungen aufnehmen. Diese seien allerdings noch ausbaufähig. So könnte der Blick über den Tellerrand der eigenen Branche helfen, zu neuen Ideen zu kommen: „Wenn ich mir anschaue, auf welche Art in anderen Branchen Probleme beispielsweise bei Arzneimittelverpackungen gelöst wurden, kann ich sehr einfach und sehr günstig Ideen adaptieren“, empfiehlt Putz weitergehende Sondierungen.

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