Yes we can!

Die Kunden greifen inzwischen wieder gerne und häufig zur Getränkedose. Kein Wunder, denn dieses Packmittel bietet den Konsumenten vielfältige Vorteile.

Die Gründe für den Aufschwung der Getränkedose liegen für Michael Korten, Director Category Beverages des Großhändlers Lekkerland Deutschland, auf der Hand: Optik und Haptik seien mitentscheidende Faktoren beim Kauf, insbesondere unterwegs oder bei Spontankäufen, hier könne die Dose ihre Möglichkeiten ausspielen: „Eine bunte, gekühlte Dose fühlt sich einfach gut in der Hand an, für Verbraucher ist das Zischen beim Öffnen ein Inbegriff für Frische.”

Ein Effekt, auf den auch Hersteller setzen, die bislang überhaupt nicht mit Getränkedosen in Verbindung gebracht wurden: Capri-Sun und Ahoj-Brause. Während Ahoj schon seit zwei Jahren seine fertig gemischte Limonade mit den Geschmacksrichtungen Zitrone, Orange, Kirsche, Himbeere und Waldmeister in einer Getränkedose anbietet, ist Capri-Sun erst vor kurzem damit gestartet. „Capri-Sun & Bubbles“ heißt das kohlensäurehaltige Getränk, das es jetzt – pünktlich zum 50. Geburtstag der Marke – in einer 330-Milliliter-Slim-Dose mit Orangen- und Himbeergeschmack gibt.

„Eine bunte, gekühlte Dose fühlt sich einfach gut in der Hand an, für Verbraucher ist das Zischen beim Öffnen ein Inbegriff für Frische.” 
Michael Korten, Director Category Beverages des Großhändlers Lekkerland Deutschland

Solch kohlensäurehaltigen Getränke sind es, die am häufigsten in Dosen abgefüllt werden – die Kohlensäure sorgt für Druck und Stabilität. Bier und Cola-Getränke haben den größten Marktanteil. Bei Coca-Cola, dem national größten Abfüller von Erfrischungsgetränken (3,9 Milliarden Liter im Jahr 2017), hat sich nach Unternehmensangaben das Dosenvolumen innerhalb der letzten fünf Jahre fast verdoppelt, und das bei einem sehr stabilen Dosen-Portfolio.

Indem Lidl und Netto 2010 als erste Discounter wieder Dosenbier in die Regale brachten – das Bier in PET-Einwegflaschen hatte sich noch schlechter als das sprichwörtliche Sauerbier verkauft – wurden neue Käuferschichten erschlossen und der Absatz weiter gesteigert. Von den 2,85 Milliarden im Jahr 2017 insgesamt konsumierten Getränkedosen waren 37 Prozent mit Bier gefüllt. Trotz dieses hohen Anteils verzeichnet Lekkerland bei Bierdosen nach wie vor jährlich Absatzsteigerungen im hohen einstelligen Prozentbereich. „Hier setzen auch regionale Marken vermehrt Dosen als Verpackungen ein”, hat Lekkerland-Manager Korten beobachtet.

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Stephan Rösgen vom Forum Getränkedose zählt Craft-Biere zu den größten Wachstumstreibern innerhalb des Biermarktes. Gerade für Mikrobrauereien und Start-ups sei die meist klassische 330-Milliliter-Dose ideal, da sie in relativ kleinen Stückzahlen geliefert werden könne. „Diese Zusammenarbeit ist sehr erfreulich und führt dazu, dass sich das Angebot unterschiedlicher Craft Biere deutlich erhöht.“ Bei Krombacher, dem Abfüller von Bier und auch von Schweppes, Dr. Pepper und Fassbrause, beträgt der Dosenanteil mittlerweile wieder circa 10 Prozent. Im Segment der 0,5-Liter-Dose sei Krombacher Pils sogar marktführend, heißt es aus dem Unternehmen. Das Dosensegment wachse national über alle Distributionskanäle hinweg, die Absätze entwickelten sich in allen relevanten Vertriebsschienen weiterhin sehr dynamisch, vor allem bei den Sorten Radler und Alkoholfrei. Das Unternehmen hat im April 2018 auf dem eigenen Gelände in Krombach eine Dosenabfüllanlage in Betrieb genommen und sieht in der Vermarktung noch große Potenziale: „Für uns als Markenartikler sind die neuen Möglichkeiten hinsichtlich der Individualisierung in der Optik der Dosen eine interessante Entwicklung”, heißt es aus dem Unternehmen.

Matte oder glitzernde Decklacke, hochauflösende Bilder oder Farben, die unter Sonnenlicht oder bei Temperaturveränderung sichtbar werden – es sind derartige Veredelungsmöglichkeiten, mit denen Unternehmen wie Ball die Dose attraktiver machen. Kommt DayGlo zum Einsatz, das helle Farben nutzt, werden intensive Farbreflexionen ausgelöst, mit oder ohne UV-Licht. In das Design von Getränkedosen integrierte digitale Technologien können über das Smartphone nutzbar gemacht werden. Neben QR-Codes und Icons ist es dank Digimarc mittlerweile auch möglich, einen unsichtbaren Barcode in das reguläre Markendesign zu integrieren und darüber zusätzlichen interaktiven Content zu aktivieren. Wer hohe Volumina und Varianten schätzt, dem wird die Drucktechnologie „Dynamark“ von Ball gefallen: Während eines Produktionslaufs werden bei gewohnt hohem Tempo die Dosen einer Marke mit bis zu 24 unterschiedlichen Varianten eines Designs bedruckt. Unternehmen mit einer jungen Zielgruppe bieten derartige Designinnovationen starke neue Marketingmöglichkeiten.

Energy-Drinks sind die tragenden Säulen des Getränkedosenmarkts

Dosen und Design haben auch den althergebrachten Apfelwein wieder „trendy“ gemacht. „Bembel with Care“ aus Birkenau im Odenwald verkaufte 2017 immerhin 9,3 Millionen Dosen Apfelwein pur, gespritzt und als Mixgetränk. Das 2007 gegründete Unternehmen exportiert sein in goldenen, roten, silbernen und schwarzen 0,5-Liter-Dosen abgefüllten „Äppler“ unter anderem nach Russland, China und in die USA. Doch damit nicht genug. Es gibt auch Wein und alkoholhaltige Mischgetränke in Dosen. Prosecco findet man oft in Slim-Dosen mit 250 Millilitern, Kaffeegetränke in kleinen Gebinden mit 150, 200 oder 237 Millilitern und die King Can von Ball fasst 750 beziehungsweise 1000 Milliliter.

Tragende Säulen im Dosenbereich sind Energy-Drinks. Das liegt auch an Red Bull. Für den Ex-Geschäftsführer von Ball Packaging, Wolfgang Hinkel, hat die Marke großen Anteil daran, dass es überhaupt noch Getränkedosen gibt. Als der Handel sie zum 1. Oktober 2003 ausgelistet hatte, installierten Red Bull und die Dosenhersteller ein eigenes Rücknahmesystem. „Ohne Red Bull und das P-System wäre die Getränkedose damals in Deutschland vom Markt verschwunden”, sagt Hinkel. Auf dem Markt der Energy-Drinks hat Red Bull der Dose den Weg bereitet – die anfangs von anderen Marken noch häufig genutzten PET-Flaschen wurden inzwischen weitgehend verdrängt.

Yes we can!

Customers are now again turning to the beverage can with pleasure and frequency. No wonder, because this packaging material offers consumers many advantages.

For Michael Korten, Director Category Beverages of the wholesaler Lekkerland Deutschland, the reasons for the upswing of the beverage can are obvious: appearance and haptics are decisive factors when buying, especially when on the move or when making spontaneous purchases, here the can can can play out its possibilities: „A colourful, cooled can simply feels good in the hand, for consumers the hiss when opening is an epitome of freshness.

This effect is also used by manufacturers who have not previously been associated with beverage cans: Capri-Sun and Ahoj-Brause. While Ahoj has been offering its ready-mixed lemonade with the flavours lemon, orange, cherry, raspberry and woodruff in a beverage can for two years now, Capri-Sun has only recently launched it. „Capri-Sun & Bubbles“ is the name of the carbonated drink now available in a 330-milliliter slim can with orange and raspberry flavor – just in time for the brand’s 50th birthday.

"A colorful, cooled can simply feels good in the hand, for consumers the hiss when opening is the epitome of freshness." 
Michael Korten, Director Category Beverages at wholesaler Lekkerland Germany

It is these carbonated beverages that are most often filled in cans – carbon dioxide provides pressure and stability. Beer and cola beverages have the largest market share. Coca-Cola, the nation’s largest soft drink bottler (3.9 billion litres in 2017), has almost doubled its can volume over the last five years, according to the company, with a very stable can portfolio.

By making Lidl and Netto the first discounters to bring canned beer back onto the shelves in 2010 – beer in non-refillable PET bottles had sold even worse than the proverbial sour beer – Lidl was able to attract new groups of buyers and further increase sales. Of the 2.85 billion beverage cans consumed in 2017, 37 percent were filled with beer. Despite this high share, Lekkerland continues to record annual sales increases for beer cans in the high single-digit percentage range. „Here regional brands are also increasingly using cans as packaging“, Lekkerland manager Korten observed.

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Stephan Rösgen from the Beverage Can Forum considers craft beers to be one of the biggest growth drivers within the beer market. Especially for microbreweries and start-ups, the mostly classic 330-milliliter can is ideal because it can be supplied in relatively small quantities. „This cooperation is very gratifying and leads to a significant increase in the range of different craft beers on offer. At Krombacher, the bottler of beer as well as Schweppes, Dr. Pepper and Fassbrause, the proportion of cans is now around 10 percent again. Krombacher Pils is even the market leader in the 0.5-litre can segment, according to the company. The can segment is growing nationally across all distribution channels, and sales in all relevant distribution channels continue to develop very dynamically, especially for the varieties Radler and Alkoholfrei. In April 2018, the company commissioned a can filling plant on its own premises in Krombach and sees great potential in marketing: „For us as branded companies, the new possibilities for individualising the appearance of cans are an interesting development,“ the company says.

Matt or glittering top coats, high-resolution images or colours that become visible under sunlight or when the temperature changes – these are the finishing options that companies like Ball use to make cans more attractive. If DayGlo is used, which uses bright colours, intensive colour reflections are triggered, with or without UV light. Digital technologies integrated into the design of beverage cans can be harnessed via the smartphone. In addition to QR codes and icons, Digimarc now also makes it possible to integrate an invisible barcode into the regular brand design and activate additional interactive content. Anyone who appreciates high volumes and variants will like Ball’s „Dynamark“ printing technology: During a production run, the cans of a brand are printed with up to 24 different variants of a design at the usual high speed. Companies with a young target group offer such design innovations strong new marketing opportunities.

Energy drinks are the mainstay of the beverage can market

Tins and design have also made the traditional apple wine „trendy“ again. „Bembel with Care“ from Birkenau in the Odenwald region of Germany sold 9.3 million cans of pure apple wine in 2017, sprayed and mixed. Founded in 2007, the company exports its „Äppler“, bottled in gold, red, silver and black 0.5-litre cans, to Russia, China and the USA, among other countries. But that’s not all. There is also wine and alcoholic mixed drinks in cans. Prosecco is often found in slim cans of 250 millilitres, coffee drinks in small containers of 150, 200 or 237 millilitres and Ball’s King Can can hold 750 or 1000 millilitres respectively.

Energy drinks are the supporting pillars in the can area. This is also due to Red Bull. For the former Managing Director of Ball Packaging, Wolfgang Hinkel, the brand plays a major role in the fact that there are still beverage cans at all. When the trade discontinued it on 1 October 2003, Red Bull and the can manufacturers installed their own take-back system. „Without Red Bull and the P system, the beverage can would have disappeared from the German market at that time,“ says Hinkel. In the market for energy drinks, Red Bull has paved the way for the can – PET bottles, which were initially still frequently used by other brands, have now largely been replaced.