Wellpappenindustrie: Kostendruck und Auslastung bleiben sehr hoch

Die Wellpappenindustrie zieht für das dritte Quartal 2021 eine positive Absatzbilanz. Diese stehe allerdings weiterhin in einem eklatanten Missverhältnis zu den Rohstoff- und Energiepreisen, die sich immer noch auf extrem hohem Niveau bewegen.

„Im dritten Quartal 2021 konnte unsere Branche pro Arbeitstag rund 32,9 Millionen Quadratmeter Wellpappe und damit rund 2,4 Millionen Quadratmeter mehr absetzen als im dritten Quartal 2020. Dies entspricht einem Plus von acht Prozent“, erklärt der Vorsitzende des Verbands der Deutschen Wellpappenindustrie (VDW), Dr. Steffen P. Würth. „Den im VDW organisierten Wellpappenherstellern ist es somit erneut gelungen, eine sehr starke Nachfrage unter schwierigen Rahmenbedingungen zu befriedigen“, so Würth weiter. „Insbesondere in die Höhe schießende Rohstoff- und Energiepreise setzen der Wellpappenindustrie nach wie vor massiv zu. Am heftigsten schlagen dabei die Papierpreise zu Buche, weil diese rund 50 Prozent unserer Produktionskosten ausmachen.“

Das Gesamtpreisniveau für Wellpappenrohpapier, in dem der VDW alle Sorten gewichtet berücksichtigt, sei von September 2020 bis Dezember 2021 um 66,1 Prozent gestiegen. Die Kosten für altpapierbasiertes Wellpappenrohpapier – dem wichtigsten Rohstoff für die im Schnitt zu 80 Prozent aus Recyclingmaterial bestehende Wellpappe – hätten den Daten von EUWID (Europäischer Wirtschaftsdienst GmbH) zufolge im gleichen Zeitraum um 73,5 Prozent zugelegt. Die Preise für Wellenstoff seien laut EUWID von September 2020 bis Januar 2022 sogar um 83,3 Prozent in die Höhe geschossen. Der vom VDW ermittelte Wellpappenpreis hingegen sei von Dezember 2020 bis Oktober 2021 um lediglich 20,3 Prozent gestiegen. „Damit hat die Wellpappenindustrie in den zurückliegenden Monaten weiter die finanzielle Hauptlast getragen, die von den immer neuen Höchstmarken bei den Papierpreisen ausging“, stellt Würth klar. Die hohen Energiekosten verschärfen diese Lage zusätzlich.