Reinigungsprodukt aus PET-Schalen

Bisher kaum recycelbare PET-Schalen werden erstmals im Kreislauf geführt: „Frosch“-Reinigungsmittel-Hersteller Werner & Mertz verwendet für WC-Duftspüler nun Materialien aus dem Gelben Sack.

PET-Schalen, in der Fachwelt Trays aus PET-Folie genannt, werden häufig als Verpackung von Lebensmitteln verwendet, beispielsweise von Obst und Gemüse oder Käse und Wurst. Obwohl daher eine große Menge an PET-Schalen im Gelben Sack landet, werden die PET-Schalen bislang vorwiegend verbrannt. Das Recycling gilt als schwierig, und es gibt bislang kaum Abnehmer für die daraus resultierenden Sekundärrohstoffe. Denn PET-Schalen-Verpackungen bestehen nicht immer aus einem Monomaterial, sondern sind oft sogenannte Multilayer-Verpackungen, die aufgrund ihrer Kunststoff-Komplexität die Farbe und Transparenz der Sekundärrohstoffe beeinträchtigen und deshalb schwer bis gar nicht zu recyceln sind.

Der Reinigungsmittelhersteller Werner & Mertz („Frosch“) möchte nun auf recycelte PET-Schalen zurückgreifen. Zurzeit bestehen die WC-Frische-Spüler von Werner & Mertz aus 100 Prozent Altplastik aus PET-Flaschen. Für die Materialgewinnung geht der „Der Grüne Punkt“ als Kooperationspartner einen neuen Weg: Bisher wurden die Monolayer-PET-Verpackungen von den Multilayer-Verpackungen nicht getrennt und die Sortierfraktion thermisch verwertet. Der Grüne Punkt hingegen trennt die verschiedenen Verpackungen auf Artikelebene in mehreren Sortierkaskaden vollautomatisch ab, sodass eine hochqualitative PET-Schalen-Fraktion daraus entsteht. Diese Fraktion wird dann zu Flakes verarbeitet und nachsortiert.

„Wir sind sehr gespannt, wie die weiteren Versuche ablaufen, und freuen uns jetzt schon sehr, das WC-Körbchen aus recycelten PET-Schalen im Markt einzuführen und damit ein weiteres Mal zu zeigen, dass wir als Nachhaltigkeitspionier alle Möglichkeiten des Recyclings nutzen“, so Immo Sander, Leiter der Verpackungsentwicklung bei Werner & Mertz. Mit dem Projekt setzen die Kooperationspartner die Vorgaben des neuen Verpackungsgesetzes um: Denn das neue Verpackungsgesetz, das zum 1. Januar 2019 in Kraft getreten ist, sieht höhere Recyclingquoten vor.

„Erneut ist es uns gemeinsam mit Werner & Mertz gelungen, den Kreislauf für einen Wertstoff zu schließen, der bisher nicht für ein Recycling zu Verfügung stand“, so Dr. Markus Helftewes, Geschäftsführer Der Grüne Punkt. Direkt aus den Flakes produziert Dannemann Global Extrusion im Anschluss die Rohfolien, aus denen Berner Kunststofftechnik dann die WC-Körbchen formt. „Gerade wir als Kunststoffhersteller sind gefordert und wir freuen uns, aktiv und als Vorreiter an der Kreislaufthematik mitzuwirken“, erklärt Philipp Brandt als Head of Sales der beiden Schwesterunternehmen. „Die Aufbereitung und Verarbeitung von Bottle Flakes ist weit verbreitet und Stand der Technik. Die Weiterverarbeitung der PET-Fraktion aus Haushaltsabfällen zwang uns zum Umzudenken, um auch hier eine gleichbleibend hohe Qualität anbieten zu können. Genau das haben wir nun geschafft.“ Das WC-Körbchen besteht dabei nicht nur aus PET-Schalen, sondern fällt selbst in diese Kategorie und ist nach der Verwendung vollständig recycelbar – so kann aus dem WC-Körbchen theoretisch immer wieder ein neues WC-Körbchen werden (Tray-to-tray-Recycling).

 

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