Kabinett beschließt Förderung von intelligenten Verpackungen

Im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung will die Bundesregierung auch auf intelligente Verpackungen setzen.

Das Bundeskabinett hat am 20. Februar eine  Strategie zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen beschlossen. Die Strategie hat Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, eingebracht. Ein Punkt dieser Strategie sind „intelligente Verpackungen“. Verpackungen, die die Genusstauglichkeit und Sicherheit von Lebensmitteln genau anzeigen, sollten zügig zur Marktreife gebracht und in der Praxis hinsichtlich ihres tatsächlichen Beitrags zur Reduzierung der Lebensmittelabfälle überprüft werden. Das Bundesministerium fördert durch sein Innovationsprogramm entsprechende Forschungsvorhaben, die auch anspruchsvolle Fragen etwa zur nachhaltigen Produktion solcher Verpackungen adressieren.

Das deutsche Verpackungsinstitut e.V. (dvi) begrüßt die Initiative von  Julia Klöckner, die Menge weggeworfener Lebensmittel bis 2030 zu halbieren. Kim Cheng, Geschäftsführerin des dvi, erklärt: „Moderne Verpackungen haben  Lagerfähigkeit und Haltbarkeit unserer Nahrung immer weiter verbessert. Über Innovationen wie aktive oder intelligente Verpackungen können wir diese Leistungen noch weiter ausbauen. Darüber hinaus können diese Verpackungen auf sehr präzise und verständliche Art mit den Verbrauchern kommunizieren, sie über die Qualität der Ware informieren.“

Entscheidend für den massenhaften Einsatz intelligenter Verpackungsfunktionen wird aus Sicht des dvi sein, dass sie recyclinggerecht umgesetzt werden. „Die auf oder in die Verpackung integrierten Indikatoren müssen dazu entweder aus dem gleichen Material sein wie der Rest der Verpackung, damit sie gemeinsam in die stoffliche Wiederverwertung gehen können, oder die Indikatoren müssen sich beim Recyclingprozess leicht und rückstandsfrei von der Verpackung trennen lassen und einem anderen, passenden Recyclingprozess zugeführt werden“, so Kim Cheng.

Die Verpackungsindustrie sei hochinnovativ. „Es gibt bereits seit Jahren intelligente und aktive Verpackungslösungen, von denen einige auch schon in der Breite eingesetzt werden, beispielsweise für Obst und Gemüse.“ So werde bei Apfelkisten eine spezielle Wellpappe eingesetzt, die das von den Äpfeln natürlicherweise abgegebene Reifegas Ethylen absorbiert und neutralisiert. Dadurch kann Obst und Gemüse länger gelagert werden und ein fauler Apfel „steckt nicht länger die anderen an.“

Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) äußerte ebenfalls Zustimmung für die Strategie der Bundesregierung zur Reduzierung von Lebensmittelverlusten. „Der Lebensmittelhandel beteiligt sich auf Verbands- und Unternehmensebene aktiv und mit Augenmaß an der Strategieumsetzung. Bei ihren Maßnahmen, Lebensmittelverluste zu reduzieren, müssen die Handelsunternehmen immer eine Balance finden zwischen Wettbewerb, Kundenorientierung und Nachhaltigkeit“, heißt es in einer Erklärung.

 

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