Plastikmüllvermeidung in London

In der britischen Hauptstadt wurde ein Pilotprojekt gestartet, das Kunststofffässer nach Gebrauch einem Wertstoffkreislaufsystem zuführt. Bisher landeten jährlich Hunderttausende dieser Fässer unverwertet im Müll.

In England werden die dort beliebten Getränkefässer aus Kunststoff nach der Entleerung bislang mehrheitlich nicht recycelt, sondern auf Mülldeponien entsorgt. Allein in London rechnet man dabei mit jährlich über 500.000 anfallenden KeyKegs, druckfesten Plastikbehältern mit Innenblase. Um das damit verbundene Müllproblem zu lösen, hat man dort jetzt ein Pilotprojekt gestartet, das die KeyKegs einem Kreislaufsystem zuführt. Daran beteiligt sind der Fasshersteller KeyKeg, der Abfallverwerter First Mile sowie die Initiative One Circle.

Im Rahmen des Pilotprojektes arbeitet Lightweight Containers, das Unternehmen hinter KeyKeg, in der Abfallphase aktiv als Verpackungshersteller mit. Zusammen mit Getränkevertriebsunternehmen und Gastronomie baut das Unternehmen eine Gemeinschaft auf, die KeyKegs einsammelt und für die Verarbeitung vorbereitet. OneCircle übernimmt dann den Transport und das Recycling.

Es ist Zeit für geschlossene Wertstoffkreisläufe

First Mile, ein CO2-neutraler Abfallverarbeiter, sieht große Chancen in der Sammlung und Weiterverwertung solcher Kunststofffässer. Für Joe Allen, Chief Commercial Officer von First Mile, ist es großartig, dass seine Firma diese Fässer jetzt wieder als Rohmaterial verwenden kann. „Die Zeit ist gekommen“, sagt er, „mit Verpackungsherstellern an geschlossenen Kreisläufen zu arbeiten – und KeyKeg ist da führend.“

Möglich ist das Recycling übrigens, weil Lightweight Containers seine Kunststofffässer schon vor einigen Jahren auf Zirkularität ausgelegt hat. OneCircle seinerseits hat bereits verschiedene Sammelmodelle und Recyclingmethoden entwickelt und unterstützt weltweit einschlägige Kreislaufsysteme. Man arbeitet auf diesem Feld mit Brauereien, Getränkevertriebsunternehmen und innovativen Abfallunternehmen wie beispielsweise First Mile und GroenCollect zusammen. In England baut OneCircle aktuell ein landesweites Sammelnetzwerk auf. Mitglieder des Netzwerks sammeln die Fässer und pressen sie zu Ballen. OneCircle transportiert die Ballen  – rund 12.000 Fässer pro Lkw-Ladung – anschließend  zur Aufbereitungsanlage.

KeyKegs bestehen übrigens zu 81 Prozent aus PP und PET, zwei Plastiksorten die als zirkuläres Rohmaterial verwendet werden können. Außerdem werden die KeyKeks mit einem 30-prozentigen Anteil an bereits recycelten Kunststoffen produziert. Dieser Anteil soll in 2019 auf 40 Prozent erhöht werden.

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