Erste Markttests mit digitalen Wasserzeichen

Der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble bereitet mehr als 100 Produkte mit digitalen Wasserzeichen für den nationalen Testmarkt in Deutschland vor. Das gab Gian de Belder, technischer Direktor Verpackungsentwicklung bei Procter & Gamble, auf der FACHPACK bekannt.

„Verpackungen mit digitalen Wasserzeichen haben enormes Potenzial, die Sortierung von Verpackungsmüll zu verbessern und ein effizienteres Recycling zu erreichen. Seit der ersten Stunde des Pionierprojekts haben wir auf den Praxistest hingearbeitet. Jetzt ist dieser Meilenstein erreicht und wir sind gespannt, welche neuen Erkenntnis sich unter Alltagsbedingungen beim Recyclingprozess ergeben“, erklärte Gian de Belder, technischer Direktor Verpackungsentwicklung bei Procter & Gamble.

Die Erprobung im industriellen Maßstab mit zahlreichen Markenprodukten soll im Oktober in Dänemark starten und ab Januar 2022 auf Frankreich und Deutschland ausgeweitet werden. Damit sei bei der industrieübergreifenden Initiative „HolyGrail 2.0“ ein wichtiger Meilenstein für Innovation im Recyclingprozess erreicht. Der Europäische Markenverband (AIM) und die Alliance to End Plastic Waste haben eine Partnerschaft angekündigt, um die nächste Entwicklungsstufe der Innovationsinitiative „HolyGrail 2.0“ zur Optimierung der Abfallsortierung voranzutreiben. P&G unterstütze den Praxistest der „digitalen Wasserzeichen“ mit mehr als 100 Produkten in Europa. Allein in Deutschland sollen 75 Produkte der Marken Ariel, Lenor, Blend-a-med, Pampers, Always und Fairy teilnehmen.

Der Praxistest der neuen Technologie auf den Verpackungen wird in Partnerschaft mit der Stadt Kopenhagen durchgeführt. Aus der sogenannten „semi-industriellen Testphase“ des Pilotprojekts erwarten die Entwickler zusätzliche Erkenntnisse, um eine präzise Identifizierung und effiziente Sortierung von Kunststoffverpackungsabfällen mithilfe „digitaler Wasserzeichen“ im Alltag zu verankern und so den Sortier- und Recyclingprozess von Kunststoffverpackungen zu revolutionieren, berichtete de Belder im Forum PACKBOX.

Zum Hintergrund: Procter & Gamble hat 2016 in Zusammenarbeit mit der Ellen MacArthur Foundation das Projekt „HolyGrail“ als Teil der New Plastics Economy ins Leben gerufen. Das Projekt wurde bis 2019 von P&G geleitet und beinhaltete unterschiedliche Analysen und Ansätze zur verbesserten Sortierung, unter anderem durch chemische Marker und digitale Wasserzeichen. Im Jahr 2020 wurde es in das Projekt „HolyGrail 2.0“ überführt, das sich ausschließlich auf „digitale Wasserzeichen“ für eine intelligente Sortierung konzentriert und seitdem durch den Europäischen Markenverband (AIM) geleitet wird. Die Alliance to End Plastic Waste unterstützt diese Initiative. Inzwischen sind über 130 Unternehmen und Organisationen aus der gesamten Wertschöpfungskette der Verpackungsindustrie im Projekt „HolyGrail 2.0“ engagiert – darunter auch P&G.