Der Barcode – preiswert und effektiv

Peter Altes, Geschäftsführer des Verbandes AIM-D e.V. erklärt im Interview die Funktionsweise und Einsatzmöglichkeiten von AutoID, also automatischer Identifikation.

AutoID ist schon lange ein Thema. Ging es von Anfang an um Verpackungen?

Der Verpackungsbereich war mit Sicherheit einer der ersten Bereiche, in dem es um AutoID ging. Der schon 1952 patentierte Barcode wird bereits seit Jahrzehnten in der Logistik (Verpackungseinheiten) und im Consumer-Bereich eingesetzt, also beispielsweise zur Kennzeichnung und Identifizierung von Produkten im Supermarkt.

Welche Informationen liefert der Barcode auf Produkten?

Der Barcode liefert in der Regel Informationen über den Hersteller,  den Produktionsort, die Charge, eventuell über den Lieferanten und das Produktionsdatum. Informationen wie etwa über Produktgüte, Inhaltsstoffe etc. befinden sich in Textform auf der Packung.

Welchen Nutzen bieten diese Daten, wenn sie ausgelesen wurden?- etwa mit einem mobilen Datenerfassungsgerät, kurz MDE-Gerät, ausgelesen wurden?

Zunächst einmal ermöglichen die Barcodes eine eindeutige Produktidentifikation. Die Barcodeerfassung über mobile Datenerfassungsgeräte, kurz MDE-Geräte, also Scanner, und später über den stationären Scanner an der Kasse liefern im Grunde aber erst dann interessante Daten, wenn diese Erfassungen in einem Datenbank-System verknüpft werden.

Um welche verwertbaren Daten geht es dabei?

Nach der Erfassung auf verschiedenen Ebenen, also beispielsweise Einzelprodukt, 20er-Packung oder, Palette und so fort kann ich als Erstes kumulieren. Dabei kann ich die jeweiligen Zähleinheiten wie Packung oder Palette natürlich selbst definieren.

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Wandern einzelne Produkte dann über einen Kassenscanner, werden sie ebenfalls in der Datenbank automatisch mit dazugehöriger Verkaufszeit und dem Verkaufsdatum zahlenmäßig erfasst. Zum einen ermöglicht mir das lagerwirtschaftliche Ableitungen. So erhalte ich genaue Bestandszahlen und weiß folglich, wann ich nachbestellen muss. Zum anderen kann ich feststellen, in welchen Zeiträumen, etwa konkreten Tagen oder Monaten, ich von einem bestimmten Produkt wie viele Einheiten verkauft habe. Dadurch lässt sich die Einkaufsplanung bezüglich bestimmter Produkte sinnvoll steuern.

Gibt es noch weitere Vorteile?

Ja, wie in anderen Branchen spielen auch im Consumer-Bereich Tracking und Tracing, also die Nach- und Rückverfolgung, eine große Rolle. Durch das Tracking von via Barcode eindeutig identifizierten und erfassten Produkten kann ich feststellen, wo sie sich beispielsweise während des Transportes befinden. Jeder kennt das etwa von Paketsendungen.

Das Tracing andererseits ermöglicht mir, festzustellen, woher bestimmte Produkte stammen. Das ist beispielsweise aktuell bei Frischwaren in Supermärkten ein Thema. Wenn andererseits eine gelieferte Charge Produkte mit Problemen, etwa Kontamination, enthielt, und deswegen ein Rückruf des Herstellers erfolgt, dann kann ich anhand der Barcodes die problematischen Produkte eindeutig identifizieren und entfernen, bevor sie eventuell Schaden anrichten.

Hat der Barcode im Vergleich mit anderen AutoID-Anwendungen auch Nachteile?

Ja, der Barcode ist limitiert, da er zum einen sichtbar sein muss und zum anderen immer nur einzeln ausgelesen werden kann. Eine schnelle Pulkerfassung erlaubt er folglich nicht. Das funktioniert nur mit RFID (Radio Frequency Identification).

RFID ermöglicht offenbar komplexere Anwendungen. Trotzdem scheint der Barcode die am weitesten verbreitete Methode im Bereich AutoID zu sein.

Quantitativ ist der Barcode sicherlich die verbreitetste und gebräuchlichste AutoID-Anwendung. Immerhin findet man ihn auf allen Produkten (Food und Nonfood) im Einzel- und Großhandel, auf Postsendungen, Paletten, Containern und so weiter. Vor allem bei niedrigpreisigen Massenprodukten, bei denen es nur ums Scannen, also die reine Produktidentifikation mit kleinsten Datenmengen geht, ist der Barcode aufgrund seines geringen Preises unschlagbar. Aber RFID ist dabei, massiv aufzuholen, da neben der schon erwähnten Limitierung des Barcodes der Trend hin zu komplexeren Datenverknüpfungen geht.

Peter Altes ist Geschäftsführer des 1994 gegründeten AIM-D e.V. AIM-D e.V. ist ein unabhängiger Verband und als AIM-Chapter zuständig für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Die 1973 in den USA gegründete AIM ist ein globales Netzwerk von Technologie-Unternehmen, Dienstleistern, System-Partnern und F&E-Einrichtungen des AutoID-Sektors, die Lösungen und Dienstleistungen rund um die Technologien der automatischen Identifikation (AutoID) und für mobile Systeme anbieten.
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