Nachhaltiges Material, hochwertiger Look

Mit der „Farbigen Lippenpflege“ wagt Kneipp einen Brückenschlag zwischen dekorativer und pflegender Kosmetik. Gleichzeitig geht das Unternehmen bei Verpackungen weitere Schritte Richtung Nachhaltigkeit. Dazu gehört neben innovativen Materialien ein eigenes Rücknahmesystem.

Natürliche Produkte für Wohlbefinden und Gesundheit auf Basis der ganzheitlichen Lehre Sebastian Kneipps: In diese Leitlinie reiht sich auch die neue „Farbige Lippenpflege“ von Kneipp ein. Die erste Neuerung steckt aber schon im Produktnamen. Kam Lippenpflege im Sortiment bislang klassisch farblos daher, wird es nun bunter. „Um das Thema Farbe in die Lippenpflege zu bringen, haben wir mit dem neuen Stift einen kleinen Brückenschlag zwischen der dekorativen und pflegenden Kosmetik gewagt“, erklärt Philipp Keil, bei Kneipp Head of Packaging Materials Management.

Ziel dieses Schritts ist, das Produkt optisch aufzuwerten. „Wir wollen zeigen, dass hochwertige Optik und ein nachhaltig verpacktes, natürliches Produkt kein Widerspruch sind“, betont Keil. Wert legt der Verpackungsspezialist dabei auf den Begriff des Brückenschlags. Der dekorative Aspekt soll nicht überbetont werden. Doch in der Formensprache des Stifts mit abgeschrägter Spitze sind die Anleihen bei der Kosmetik deutlich erkennbar.

Design ausgezeichnet

Für die „Farbige Lippenpflege“ hat Kneipp gleich einen „Red Dot Award 2021“ erhalten. Mehrfach ausgezeichnet wurde schon die Lippenpflege „Samtweich“, bei der Kneipp bereits im März 2020 mit einer besonderen Verpackung aufgefallen war. So hatte Kneipp unter anderem den oberen Teil der Hülse, der zuvor aus Kunststoff hergestellt worden war, durch ein neues Material namens Paper Blend ersetzt. Dieses fühlt sich zwar ähnlich an wie Kunststoff, besteht aber zu 99 Prozent aus Inhaltsstoffen, die man aus der Herstellung von Papier kennt. Paper Blend ist frei von Erdöl und biologisch abbaubar.

Paper Blend verwendet Kneipp auch bei der „Farbigen Lippenpflege“. Dabei haben Keil und sein Team nicht nur am Design gefeilt, sondern auch den Materialeinsatz nochmals optimiert. „Die Primärverpackung und die Faltschachtel sind schlanker gestaltet. Die Lippe an der Verpackung zeigt Funktion und Farbe gleich an und stellt optisch eine Verbindung zur dekorativen Kosmetik her“, zeigt Keil auf. Die Faltschachtel besteht zu 25 Prozent aus Graspapier. Das spart im Vergleich zu konventionellem Papier nochmals rund 3.000 Liter Wasser pro Tonne. Der Verschluss ist aus Paper Blend. Die Hülse schließlich ist aus einer Mischung aus Paper Blend und Kork produziert. Dabei wird ein Teil des Korks aus Abfällen gewonnen, die bei der Produktion von Weinkorken anfallen. „Paper Blend und Kork können recycelt werden, es gibt aber noch keinen separaten Recyclingstrom dafür“, erklärt Keil. „Wir haben uns deshalb entschlossen, in unseren Kneipp-Märkten ein eigenes Rücknahmesystem anzubieten.“

Wie Keil erläutert, werden Paper Blend, Kork und Graspapier zudem in Europa produziert. Die Rohstoffe dafür stammen ebenfalls nahezu komplett aus der Europäischen Union. Für den größten Teil des Verpackungskonzepts können so die Transportwege kurz gehalten werden.

Kompromisse schließen und vorankommen

„Die hochwertige Optik, die natürlichen Inhaltsstoffe und die nachhaltige Materialwahl bei der Verpackung lassen ein rundes Gesamtkonzept entstehen“, ist der Verpackungsspezialist überzeugt. Um das zu realisieren, waren allerdings auch einige Kompromisse nötig. „Durch die Materialwahl muss man beispielsweise bei der Farbigkeit der Kappe ein paar Abstriche machen, die Freiräume bei der Farbwahl sind eingeschränkt.“ Beim Bedrucken von Graspapier ließen sich zudem die Farben nicht ganz so brillant darstellen wie etwa bei Kunststoff. „Wer bei der Nachhaltigkeit vorankommen, aber die Optik nicht vernachlässigen will, muss so etwas in Kauf nehmen.“ Schritt für Schritt verbessern: Nach diesem Motto will Keil auch weiter vorgehen. Ihn stört beispielsweise, dass der Innenmechanismus der Lippenpflege noch konventionellen Kunststoff enthält. Und er verspricht: „Da gehen wir als nächstes ran.“