Frosta-Gerichte in mattierter Folie statt ungebleichtem Papier

Vor fast zwei Jahren verkündete Frosta den Abschied vom Kunststoffbeutel und sorgte für eine Sensation in der Tiefkühlbranche. Die Umstellung auf Papier als Verpackungsmaterial stockt jedoch. Das Unternehmen will aber an dem Ziel festhalten und nach und nach die Verwendung von Kunststoffbeuteln einstellen.

In einer exponierten Vitrine präsentiert das Unternehmen delo: Dettmer Verpackungen GmbH auf der Verpackungsmesse FACHPACK in Nürnberg einen Beutel des Frosta-Tiefkühlgerichts „Wildlachs & Erbsenpasta mit buntem Gemüse“. Das Verpackungsunternehmen unterstützt mit einer mattierten Folie die Nachhaltigkeitslinie des führenden deutschen Tiefkühlherstellers. Das Besondere an dem Material sei die Mattierung, heißt es.

Dass das Material aber Kunststoff und nicht Papier ist, ist für die Verpackungsexperten eine Selbstverständlichkeit. Dabei hatte Frosta 2019 den ersten Papierbeutel für Tiefkühlverpackungen präsentiert. Die neuen Papierbeutel aus einem „innovativen Materialmix“ waren drei Jahre lang aufwendig entwickelt worden und sollten 2020 nach und nach die Kunststoffverpackungen von Gemüsemischungen und Fertiggerichten ersetzen. Bei der Ankündigung des Projekts hatte Frosta von einer „Revolution im Tiefkühlregal“ gesprochen und sich „vom Plastikbeutel verabschiedet“. Die Barriere gegen Fett und Feuchtigkeit sei durch „eine rein physikalische Bearbeitung des Papiers“ hergestellt.

Doch dann gab es Schwierigkeiten bei der Umsetzung, wie Vorstandschef Felix Ahlers im Februar 2021 anlässlich der Bilanzvorstellung einräumte. Zutaten wie Sojasoße oder Rote-Bete-Saft sickerten mit der Zeit durch den Papierbeutel, hieß es.

Bislang vier Gemüsemischungen in Papierbeuteln

Lediglich vier Gemüsemischungen hat der Tiefkühlhersteller bislang von der Kunststoffverpackung auf die Papiertüte umgestellt. Insgesamt rund 50 Produkte, die jährlich in 40 Millionen Kunststoffverpackungen verpackt werden, sollen am Ende durch die von Frosta patentierten Papierbeutel ersetzt werden. Denn das Ziel sei geblieben. „Wir arbeiten weiter an der Umstellung der anderen Beutelprodukte, die sich zurzeit noch in einer sortenrein recycelfähigen PE Verpackung befinden. Diese Verpackung ist bereits sehr nachhaltig, solange sie tatsächlich recycelt wird. Leider ist die Recyclingquote für Kunststoff noch viel zu gering. Deshalb arbeiten wir weiter an dem Papierbeutel für alle Beutelverpackungen“, teilt Frosta-Sprecherin Friederike Ahlers auf Anfrage von Packaging360° mit.

Umweltverbände lobten das Ziel, einige Experten verfolgten die Papierbeutel-Umstellung aber auch von Anfang an mit Skepsis. Ihr Argument: Die bisherige Kunststoffverpackung habe sich gut wiederaufarbeiten lassen. Frosta verwendet seit Jahren nur noch ein einziges, sortenreines Material, das sich problemlos aus den Gelben Säcken aussortieren lasse und dann zu Kunststoffgranulat weiterverarbeitet werde.

Sortenreiner Kunststoff lässt sich gut recyceln

So schreibt das Unternehmen Frosta über die Kunststoffbeutel: „Auf diesen Beutel sind wir ziemlich stolz, auch wenn er aus Kunststoff ist: Er besteht nämlich nicht aus irgendeinem Kunststoff, sondern aus einem sortenreinen Material, welches sich hervorragend recyceln lässt.“ In Zusammenarbeit mit dem Grünen Punkt habe man im Rahmen des Projektes „Design for Recycling“, den gesamten Lebenszyklus der Beutelverpackung, von der Auswahl der Rohstoffe bis zur Wiederverwertung, untersucht. „Gemeinsam haben wir es geschafft, die Klimabilanz um 30 Prozent zu verbessern und den Materialverbrauch um zehn Prozent zu reduzieren! Das hört sich jetzt vielleicht wenig an, entspricht aber pro Jahr rund 700 Tonnen Verpackungsmaterial, das wir so einsparen.“

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