Verpackungen sind ein aktuelles Thema in der Süßwarenindustrie

Die Lebensmittelsicherheit hat für die Süßwarenhersteller Vorrang. Eine Herausforderung dabei sei, neue nachhaltigere Verpackungsmaterialien anzubieten.

In Deutschland verläuft der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch an Süßwaren und Knabberartikeln seit zehn Jahren stabil. Laut Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI) lag er 2008 bei 30,8 Kilogramm und 2018 bei 30,6 Kilogramm. Dementsprechend stagnierte der Inlandsumsatz 2018 bei circa 8 Milliarden Euro (+0,1 Prozent), während der Exportumsatz um 3,6 Prozent auf rund 8,3 Milliarden Euro anwuchs. Insgesamt hielten Süßwaren, Dauerbackwaren (Kekse oder Laugengebäck zum Beispiel) sowie Speiseeis 2018 am Gesamtumsatz der deutschen Ernährungsindustrie einen Anteil von 8,3 Prozent.

Wie in der gesamten Lebensmittelindustrie sind auch in der Süßwarenindustrie das Verpackungsgesetz und vor allem Recycling ein viel diskutiertes Thema. „Dieses Thema ist virulent, und wir werden darüber auf unserer kommenden Mitgliederversammlung sprechen”, bestätigt Dr. Torben Erbrath, Geschäftsführer des BDSI. Nach der Mitgliederversammlung könne er ein offizielles Statement zur diesbezüglichen Positionierung des Verbandes und seiner Mitglieder abgeben. Der BDSI vertritt die wirtschaftlichen Interessen der überwiegend mittelständischen Unternehmen der deutschen Süßwarenindustrie. Vorsitzender ist derzeit Stephan Nießner, Geschäftsführer der Ferrero Deutschland GmbH.

Wechsel zu Monomaterialien

Ein Trend bei den Verpackungen von Süß- und Dauerbackwaren sowie Knabbersachen ist Dr. Erbrath zufolge der Wechsel von Verbundmaterialien zu Monomaterialien, „wo das möglich ist, also die Lebensmittelsicherheit nicht beeinträchtigt wird“. Als Beispiel dafür nennt er die MOSH-/MOAH-Problematik: Mineralölkohlenwasserstoffe aus Verpackungsmaterialien (Recyclingpapier, Druckfarben, Jutesäcke) zeigen offenbar ein hohes Migrationspotenzial in Lebensmittel. „Deswegen haben wir Verpackungen mit Barriereschichten eingeführt – zumindest bei den Kartonverpackungen”, so Dr. Erbrath. Hier sieht er eine große Herausforderung: Einerseits wolle man mit möglichst reinen Verpackungsmaterialien arbeiten, andererseits müsse man die Lebensmittelsicherheit im Auge behalten.

Produktschutz und Qualitätserhalt

So muss die Verpackung beispielsweise von feinen Backwaren durch ihre Beschaffenheit sicherstellen, dass das Produkt hygienisch einwandfrei zum Konsumenten gelangt. Lebensmittelsicherheit und Gesundheit stehen dem BDSI zufolge im Vordergrund. Eine weitere wichtige Funktion ist der Qualitätserhalt. Laut BDSI muss eine gute Verpackung unter anderem garantieren, dass Gebäck auch nach längerer sachgerechter Lagerung noch frisch und knusprig schmeckt. Alles, was die Qualität beeinträchtigen kann, etwa Feuchtigkeit, Schmutz oder Druck von außen, soll durch die Verpackung abgehalten werden.

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Ferner wird der Verbraucher entsprechend den Vorgaben des Gesetzgebers über die Verpackung mit den für ihn kaufentscheidenden Produktinformationen versorgt: die Bezeichnung des Lebensmittels, die Zutatenliste, das Mindesthaltbarkeitsdatum und die Nährwertinformationen bis hin zu Lagerungshinweisen. All das gilt im Fall von Backwaren gleichermaßen für die häufig verwendeten Weißblechdosen, Kartonverpackungen oder Beutelverpackungen.

Einen zusätzlichen Aspekt hat eine Ende vergangenen Jahres publizierte Verbraucherbefragung des Hamburger Marktforschungsinstitutes EARSandEYES zutage gefördert. 52 Prozent der 1.500 befragten Konsumenten wünschten sich demnach eine Verpackungsreduzierung bei Süßigkeiten. Konkret bemängelten sie mehrfach verpackte Kekse und andere Süßwaren.

Grafik: BDSI, Quellen: Statistisches Bundesamt, Bundesverband der Deutschen Ernährungsindustrie

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