Glas auch nach 60 Jahren erste Wahl

Der mittelständische Babynahrungshersteller Hipp setzt auch in Zukunft auf das Packmittel Glas. Ziel ist es aber, bestehende Verpackungen weiter zu optimieren und in Zukunft ausschließlich auf nachhaltige Verpackungen zu setzen. Bis 2025 soll das Ziel erreicht sein.

In Zeiten, in denen Nachhaltigkeit immer wichtiger wird, rückt auch ein Verpackungsklassiker wieder in den Vordergrund: das Glas. Ob Mehr- oder Einweg, in vielen Fällen erweist sich der Allrounder als umweltfreundliche Variante. Es lässt sich vollständig wiederverwerten, Glasverpackungen bestehen im Schnitt zu 60 Prozent aus Altglas – bei grünem Glas sind es sogar bis zu 90 Prozent. Laut Bundesverband der Glasindustrie nutzen in Deutschland 97 Prozent der Haushalte die über 300.000 Container, was zu einer Recyclingquote führt, die sich seit Jahren zwischen 80 und 90 Prozent bewegt. Beim Glasrecycling werden außerdem weniger Rohstoffe und Energie verwendet als bei der Neuherstellung und somit auch weniger CO2 emittiert – recyceltes Glas steht in Sachen Nachhaltigkeit also gut da.

Materialeinsatz wurde optimiert

Dennoch kann auch hier weiter optimiert werden – so geschehen zum Beispiel bei der Firma Hipp. Der Hersteller von Babynahrung verkauft seine „Gläschen“ bereits seit 60 Jahren, heute rund 300 Millionen Stück weltweit. „Glas ist gut und bleibt auch in Zukunft gut“, so Stefan Hipp. „Zudem ist Glas vor allem ein besonders nachhaltiger Werkstoff. Sortenrein dem Wertstoffkreislauf zurückgeführt, ist es zu 100 Prozent recycelbar und ohne Qualitätseinbußen unendlich oft wiederverwertbar.” Die Recyclingfähigkeit betrage bei Hipp-Gläschen derzeit 98 Prozent und die Gläser bestehen zu 70 Prozent aus Altglas – also über dem Weißglas-Durchschnitt. Dazu wurden die Gläser im Laufe der Zeit dünner, die Öffnungen größer, wodurch Material, aber auch Transportkosten eingespart werden konnten. Allein durch die optischen Veränderungen spart Hipp seit 2016 jährlich rund 7.500 Tonnen Glas. Auch die Weißblechdeckel wurden verschlankt, sodass jährlich rund 77 Tonnen weniger Weißblech anfallen als beispielsweise noch 2005. Auch die Schrumpffolien zur Transportsicherung wurden dünner und bestehen heute zu 50 Prozent aus recyceltem Material.

Nachhaltigkeit als Unternehmensziel

Damit ist für Hipp aber noch nicht das Ende der Verpackungsnachhaltigkeit erreicht. Bis 2025 sollen nur noch wiederverwertbare Materialien eingesetzt werden – und man setze in Zukunft auch wieder stärker auf das Glas. Denn vor 10 Jahren hatte man erst damit begonnen, die Babynahrung auch in Kunststoffbechern anzubieten. Zurücknehmen will man diese Entscheidung nicht – die Nachfrage gebe ihnen recht. Doch immerhin: „Hipp hat sich zum Ziel gesetzt, dass alle Quetschbeutel, Menüschalen, PET-Flaschen und Becher bis zum Jahr 2025 genauso gut wiederverwertbar sind wie die Hipp Babykostgläschen“, heißt es im Nachhaltigkeitsbericht 2018 dazu. Man entwickle daher beispielsweise Alternativen aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holz oder Gras. „Es ist unser Anspruch, recyclingfähige Verpackungen anzubieten“, erklärt Stefan Hipp. „Dabei ist und bleibt Glas auch nach 60 Jahren erste Wahl.“

 

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