Verpacker gesucht

Der Fachkräftemangel hat auch die Verpackungsindustrie erreicht. Ebenso wie die Anforderung an die Verpackung gestiegen ist, hat sich auch der Beruf des Verpackers entwickelt.  

Verpackungen müssen lange Transportwege aushalten, sensible Produkte schützen und gut aussehen können: Der Verpacker muss bei all diesen Anforderungen wissen, was wann zu tun ist. „Die Komplexität ist gestiegen – damit auch die vielfältigen Möglichkeiten zur Fertigung für belastungs- und beanspruchsgerechte Verpackungen“, erklärt Marcus Kirschner, Geschäftsführer des Bundesverbands Holzpackmittel, Paletten, Exportverpackung (HPE) e.V. Der HPE ist ein Fachverband mit mehr als 420 überwiegend inhabergeführten Unternehmen aus allen Bereichen der Holzpackmittelindustrie, die etwa 80 Prozent des Branchenumsatzes von rund 2,3 Milliarden Euro repräsentieren. Die Mitglieder des HPE sind Anbieter von Paletten, Packmitteln, Kabeltrommeln, Steigen und Spankörben aus Holz sowie Dienstleister aus den Bereichen Verpacken, Containerstau und Logistik. Die HPE-Branche sei vom Fachkräftemangel betroffen – aufgrund des demografischen Wandels, aber auch weil „Berufe im Holzsektor nicht so sexy wie in anderen Branchen sind“, sagt Kirschner.  Der Beruf des Verpackers ist vielfältig. „Die Konstruktion erfolgt individuell nach Kundenwunsch, selten gleicht ein Auftrag dem anderen.“ Wie wird man Verpacker? „In Zukunft führt kein Weg an einer gewerblichen Erstausbildung zum Holzmechaniker vorbei“, so Kirschner. Im Jahr 2017 waren mehr als 1350 Auszubildende in den verschiedenen Holzmechaniker-Fachrichtungen in der Holzindustrie tätig. Der Bedarf an Auszubildenden und Angestellten werde steigen. Eine Stärke der Branche: Holz als natürlicher und nachwachsender Rohstoff werde eine Schlüsselrolle einnehmen und damit sei auch das Arbeitsfeld zukunftsfähig. „Da die Menschen immer mehr Natur zu Hause haben möchten, steigt auch die Attraktivität der Berufe, die mit natürlichen Materialien umgehen.“

Daher wäre es die logische Konsequenz, dass auch der Beruf des Holzmechanikers der Fachrichtung Herstellen von Bauelementen, Holzpackmitteln und Rahmen – so der lange und vollständige Wortlaut – immer begehrter wird. Allerdings spielen auch finanzielle Aspekte eine Rolle. „Hier haben die HPE-Mitgliedsunternehmen im Konkurrenzkampf mit anderen Branchen, die teilweise über ein besseres Image und gegebenenfalls auch über eine höhere Vergütung verfügen, leider immer noch zu oft das Nachsehen. Um die Abstände bei der Entlohnung wettzumachen, müssten bei den Kunden der Verpacker auch die Wertigkeit und Qualität der Verpackung, die die oft deutlich teureren Waren beim Transport schützen oder diesen überhaupt erst ermöglichen, stärker im Bewusstsein verankert und eine äquivalente Preisbereitschaft gegeben sein“, so Kirschner.

Verband und Unternehmen investieren in die Personalentwicklung

Verpacker gesucht: „Auch wir sind vom Fachkräftemangel betroffen“, sagt Marc Hübner, Head of Business Development Europa und Asien von Deufol. Das Unternehmen, das sich zu 60 Prozent im Besitz der Familie Hübner befindet, ist ein weltweit führendes Verpackungsunternehmen.  2.900 Mitarbeiter arbeiten in 93 Niederlassungen und elf Ländern für Deufol, davon 300 Verpackungsingenieure und 60 eigene IT-Entwickler. „Ein Großteil der Mitarbeiter sind Verpacker“, sagt Hübner. Zur Verpackung von Exportgütern produziert Deufol maßangefertigte Seefrachtkisten, Holzverschläge und Schwerlastpaletten. Bisher kamen daher viele Deufol-Verpacker aus dem Schreiner-Handwerk. Sie konstruieren und bauen Holz-Stahl-Kisten, in die „alles reinkommen kann, was im Maschinenbau hergestellt wird“. Mittlerweile sind es immer mehr ausgebildete Holzmechaniker, die in der Industriegüter-Verpackung im Einsatz sind. Deufol bietet hier vertiefende Weiterbildungsprogramme an, die zum Verpackungs-Spezialisten befähigen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Die Anforderungen an einen Verpacker werden immer anspruchsvoller, sagt Hübner. „Jeder Schritt muss gescannt und fotografiert werden.“ Um Fachkräfte zu sichern, möchte Deufol mehr in das Recruiting und die Motivation von Mitarbeitern investieren.

 

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